300 Jahre Sankt Aegidienkirche Regnitzlosau
Großes Fest zum Jubiläum
Mit einem Gemeindefest feierte die evangelische Kirchengemeinde Regnitzlosau am Sonntag das 300. Jubiläum der Sankt Aegidienkirche. Ein buntes Programm rund um die Jubilarin herum lockte hunderte Besucher in Kirch- und Pfarrhof. Den Festtag eröffnete bereits am Vormittag Dekan Günter Saalfrank mit einem Gottesdienst.
REGNITZLOSAU Der 300. Geburtstag ist das Jubiläum aller Regnitzlosauer, denn es ist unsere Kirche, betonte Matthias Timm bei der Gratulationscour. Der Vorsitzende der SG Regnitzlosau sprach die Gedanken aus, die viele unter den 200 beim Festakt am Gotteshaus Anwesenden wohl im Kopf hatten. Wie es üblich ist, gibt es für das Geburtstagskind natürlich auch Geschenke. Deshalb überreichten auch die Vertreter acht örtlicher Vereine, Organisationen und Parteien, Kuverts mit Geldspenden an Pfarrerin Friederike Meltzer.

Dicht gedrängt feierten die Regnitzlosauer am Kirchhof ihr
Gotteshaus mit guten Worten. Bildquelle: Frankenpost / Dietel
Dass just pünktlich am Nachmittag zum Festakt und Gemeindefest die Sonne über der Kirche schien, dafür hatte Pater Francis von der katholischen Kirchengemeinde Rehau-Regnitzlosau gesorgt. Ich habe auf Knien gelegen und Petrus um Beistand für schönes Wetter gebeten, schmunzelte der katholische Gottesmann.
Francis nannte die zwischen den beiden Konfessionen praktizierte Ökumene beispielhaft. Er erinnerte an die seit Jahren gemeinsam durchgeführte Sternsingeraktion. Darauf können wir sehr stolz sein. Ihn freute es auch, ökumenische Gottesdienste in der Sankt Aegidienkirche abhalten zu können, ohne dafür eine Vergnügungsgebühr bezahlen zu müssen.
Bürgermeister Gerhardt Schiller nannte das nunmehr 300 Jahre alt gewordene Gotteshaus ein Kunstdenkmal, das weit über die Grenzen Regnitzlosaus bekannt sei.
Die Sankt Aegidienkirche begleite ihre Schäfchen durch das ganze Leben. Sie bot auch den Schutzraum bei Unwettern, Krieg und sonstiger Gefahr. Eine Funktion, die bis heute im Bewusstsein der Menschen geblieben ist und noch im Kirchenasyl zum Ausdruck kommt. Die herausragende Stellung früherer Epochen genieße die Kirche nicht mehr. Mittelpunkt ist sie nur noch für die Mitglieder ihrer Gemeinde und nicht mehr der Gesellschaft. Dennoch führe die Kirche heutzutage keine Randexistenz. Den Aktivitäten der evangelischen Gläubigen kommt auch in unserer Kommune eine wichtige Rolle zu, sagte Schiller. Demnach würden die karitativen Einrichtungen der Kirchengemeinde wie Kindergarten oder Diakonieverein sowie die Jugendarbeit und das Schaffen im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich in Regnitzlosau weiterhin dringend gebraucht.
Dorftratsch aus dem Jahr 1705 servierten Waltraud Bauer, Regina Brzuske und Rosemarie Sörgel. Im viel beklatschten Einakter ärgerten sie sich über das pietätlose Verhalten von Schulmeister Christoph Gräßel, der auf dem Friedhof sein Viehzeug weiden ließ. Zum weiteren Programm zählten Kirchenführung, Volkstanz, Dias, Ausstellung, Quiz, Kellerkino und Dritte Welt-Laden. Die musikalischen Takte schlug, neben Posaunenchor, Kirchenchor und Faßmannsreuther Saitenmusik, auch die Rockband Restricted Idiots an.
Pfarrerin Friederike Meltzer kommentierte den großen Publikumszuspruch am Sonntag mit einem aus dem Jahr 1705 überlieferten Satz: Die Kirche ist zu klein.
Quelle: Frankenpost Juli 2005
