Abschied von Pfarrerin Friederike Meltzer
Nach drei ereignisreichen Jahren in Regnitzlosau sagt Pfarrerin Friederike Meltzer an Pfingsten ade. Sie freut sich über die Anerkennung, die sie für ihre Arbeit aus der Bevölkerung erhalten hat.
Am Pfingstsonntag, 11. Mai, findet um 10 Uhr in der Regnitzlosauer St. Aegidienkirche der Abschiedsgottesdienst von Pfarrerin zur Anstellung Friederike Meltzer statt. Im Anschluss daran bietet ein Empfang die Möglichkeit, der Geistlichen persönlich ade zu sagen. Wir sprachen mit Friederike Meltzer über die Eindrücke und Erfahrungen, die sie während der drei Dienstjahre in Regnitzlosau gesammelt hat.
Frau Meltzer, wo geht es nach dem Abschied hin?
Ich werde in der zweiten Pfarrstelle von Erlangen-Bruck tätig sein. Dort habe ich keine Verwaltung, sodass ich inhaltlich mehr Schwerpunkte setzten kann.
Was war für Sie der Anlass zu gehen?
Meine Probedienstzeit, die mit meinem Aufenthalt in Chile begonnen hatte, ist vorbei. Offiziell hatte ich Regnitzlosau nur zur Vertretung. Gesundheitliche Probleme mit meiner Stimme sorgten dafür, den Entschluss zu fassen, woanders hinzugehen. Die Stimme ist das Werkzeug des Pfarrers, deshalb habe ich die Erkrankung ernst genommen.
Was nehmen Sie mit aus ihrer Regnitzlosauer Zeit?
Eine Sammlung reichhaltiger Erfahrungen aus allen Bereichen einer Kirchengemeinde. Das reicht vom Kindergarten über den Friedhof hin zur Kirche und der Kirchengemeinde. In den drei Jahren habe ich sogar kleinere Bauangelegenheiten abgewickelt. Vor allem stand mir eine lebendige Kirchengemeinde mit vielen engagierten Menschen zur Seite, sodass ich stets viel Unterstützung genoss.
Wie hat diese Unterstützung ausgesehen?
Die Kirchenvorsteher haben mir schon beim Einräumen der Wohnung geholfen. Bei Veranstaltungen sind viele Leute bereit, mitzuarbeiten. Viele Gemeindeglieder übernehmen Verantwortung, wie kürzlich beim Frauenfrühstück. Das empfinde ich als großes Geschenk, denn es ist nicht selbstverständlich.
Sie hatten auch herausragende Momente hier?
Dazu zählt das 300. Jubiläum der St. Aegidienkirche, was vom ganzen Dorf im Juli 2005 mit der Kirche gefeiert wurde. Schon damals habe ich gespürt, dass es viele Menschen gibt, die sich mit der Kirche verbunden fühlen. Mit Freude denke ich auch an die viertägigen Konfirmandenfreizeiten, die wir jedes Jahr unternommen haben. Sie wurden immer von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt, darunter überwiegend Jugendliche.
Apropos Jugendliche: Gibt es denn eine funktionierende Jugend in Regnitzlosau?
Natürlich. Ich war noch nicht lange hier, da sprachen mich drei Jugendliche an, ob ich noch Mitarbeiter für die Konfirmandenfreizeiten benötige. Ich habe natürlich gleich Ja gesagt, was genau die richtige Entscheidung war. Dieses Trio arbeitet seitdem nämlich engagiert mit und hat sogar schon drei Rockkonzerte organisiert.
Es ist kein Geheimnis, dass sie auch schwierige Zeiten hatten . . .
Stimmt. Dafür hat vor allem die hohe Arbeitsbelastung gesorgt begründet in der Aufgabenvielfalt. Auch war das neue Kindergartengesetz mit schmerzlichen Einschnitten in verbunden. Wünschenswert wäre es außerdem, dass Diakonieverein und Kirchengemeinde wieder zusammenwachsen.
Hatten Sie denn auch noch Zeit für sich selbst?
Ich habe hier viel Anerkennung für meine Arbeit bekommen, da ist man gerne bereit, mit einem Minimum an Freizeit auszukommen.
Ist trotzdem etwas zu kurz gekommen?
Ich spiele seit vielen Jahren Alt-Blockflöte und Klavier. Dafür blieb nur wenig Zeit. Außerdem halte ich mich sehr gerne in der Natur auf. Die frische Luft und die schöne Landschaft in der Region um Regnitzlosau genieße ich vor allem beim Radeln und Wandern.
Quelle: Frankenpost / Ronald Dietel
