Evanglische Kirchengemeinde Regnitzlosau
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Konzeption der Evangelisch-Lutherischen Kindertagesstätte Regnitzlosau

V. Pädagogik

2. Die Bedeutung des Freispiels

Die kindgerechteste und ganzheitlichste Lernform ist das Spiel. Das freie Spiel ist für die Entwicklung sehr wichtig und stellt deshalb eine ernste Angelegenheit dar. Das Kind macht erste Erfahrungen, da es im Spiel unbewusst Dinge lernt, die für das weitere Leben in Schule und Beruf wichtig sind. Das Kind lernt, sich in dieser Zeit selbst zu organisieren. Es muss sich eigenständig Material besorgen, wie z.B. Puzzles, Bücher oder Spielmaterial, und anschließend wieder aufräumen. Es entscheidet, wo es spielen will, beispielsweise in der Bau- oder Puppenecke. Das Kind muss sich in die Gemeinschaft einfügen und mit Freunden kooperieren oder Niederlagen verkraften.

In unserer Einrichtung haben die Kinder am Anfang jedes Tages die Möglichkeit, im Freispiel ihre eigenen Neigungen und Interessen zu verwirklichen und sich Spielmaterial nach ihren Wünschen auszuwählen. Dabei geben die Kindergärtnerinnen durch vereinbarte Regeln einen gewissen Rahmen vor. So fragt z.B. das erste Kind, das in die Puppenecke will, die Erzieherin. Die nachfolgenden müssen sich nun mit diesem Kind austauschen. Aus Platzgründen dürfen nur vier Kinder gleichzeitig in die Puppenecke, auch dies regeln sie untereinander.

Oft werden im Freispiel auch Kasperltheater oder Kreisspiele gespielt. Hier gehen sehr ruhige Kinder aus sich heraus, da sie in eine andere Rolle schlüpfen.

Gesellschaftsspiele wie Memory, Mensch ärgere dich nicht oder Ähnliches sind während der Freispielzeit beliebt. Da dies nur mit anderen möglich ist, müssen die Kinder Kontakt untereinander aufnehmen. Dadurch wird die soziale Interaktion gefördert. Die Großen helfen den Kleineren und die Kleinen erkennen, dass Ältere mehr können. Auch gemeinsam einen Bausteinturm zu bauen ist ein Erlebnis, hier kommt es auf den Gemeinschaftssinn an.

Beim Perlenfädeln oder Musterplattenlegen oder Ähnlichem werden Konzentration und Ausdauer gefördert.

Zudem werden im Freispiel Neigungen und Schwächen deutlich. Manche Kinder malen sehr viel, andere bauen lieber mit Lego. Das Kind findet mit oder ohne Hilfe einen Weg zum Ziel, das es sich gesteckt hat.

Während der Freispielzeit finden auch Angebote statt, bei denen die Kinder mitmachen oder sich heraushalten können, was ebenfalls die Selbstbestimmung und Organisation fördert.

Die Kinder werden beim Spielen von den Erzieherinnen beobachtet. Das Verhalten in der Gruppe, der jeweilige Entwicklungsstand, sowie Stärken und Schwächen sind gut zu erkennen.

Spielzeugfreie Zeiten gibt es in unserer Einrichtung jeweils im Herbst und Frühjahr, jedoch nur im Außenspielbereich. Wenn die Spielsachen nach dem Sommer aufgeräumt sind, z.B. Sandspielzeug, Laster, große Bausteine usw. stehen den Kindern nur noch die feststehenden Geräte, Büsche, Äste oder Steine zur Verfügung. Hier lernen die Kinder mit wenigen Dingen kreativ umzugehen. Es entstehen Hasen- oder Pferdeställe aus Ästen und die Tiere werden im Spiel versorgt. Andere klopfen Steine und sind Bauarbeiter. Auch hier ist zu beobachten, dass die Kinder Rücksicht auf andere nehmen und sich gut in die Gemeinschaft einfügen, aber auch Eigeninitiative ergreifen, um ihr Ziel zu erreichen. Hier ist es uns wichtig, dass es zu keinen ernsthaften Streitereien kommt, sondern die Kinder Probleme ausdiskutieren und so zu einer Konfliktlösung finden.