Evanglische Kirchengemeinde Regnitzlosau
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Konzeption der Evangelisch-Lutherischen Kindertagesstätte Regnitzlosau

V. Pädagogik

3. Bildungs- und Erziehungsziele gemäß AVBayKiBiG

Ethische und religiöse Bildung und Erziehung (§ 4 AVBayKiBiG)
Nähere Ausführungen zu diesem Erziehungsziel finden sich unter Punkt IV (Leitbild).

Sprachliche Bildung und Förderung (§ 5 AVBayKiBiG)

Die Begriffsbildung wird vielseitig angeregt, dadurch werden der Wortschatz und die Ausdrucksfähigkeit erweitert. Die Kinder lernen, längeren Darstellungen zu folgen und miteinander zu kommunizieren.

Das alles geschieht durch die täglichen Gespräche miteinander und das Erlernen von Gedichten, Liedern und Reimen. Ebenso wichtig ist das Hören von Märchen und Geschichten, die auch nacherzählt oder als Rollenspiel nachgespielt werden können. So lernt das Kind, sich frei auszudrücken. Genauso regt das Betrachten von Bilderbüchern die Sprachentwicklung an.

Mathematische Bildung (§ 6 AVBayKiBiG)
Mathematische Grundformen, welche die Kinder erlernen sollen:
- Sortieren und Ordnen
- Formen, Muster, Symmetrien
- Körper, Raum, Lagebeziehung
- Zählen, Zahlen, Messen

Die Kinder lernen die Zahlenfolge 1-10 zu erfassen, einfache Formen zu erkennen und Kreis, Viereck und Dreieck zu benennen, sowie Unterschiede zu erkennen und auszudrücken, z.B. groß-klein, rund-eckig, dick-dünn, oben- unten (Erfahrungsgrundlagen für die Geometrie).

Das geschieht durch praktische Übungen: Abzählen verschiedener Gegenstände oder Auffädeln von Ketten in bestimmter Reihenfolge. Wir bauen einen Turm, wobei die großen Steine unten zu plazieren sind und die kleinen oben. Verschiedene Würfelspiele und Puzzles werden gemacht. Morgens wird gefragt: Wie viele Kinder sind da, wie viele fehlen?

Naturwissenschaftliche und technische Bildung (§ 7 AVBayKiBiG)
Die Kinder lernen hier, einfache naturwissenschaftliche Abläufe zu erkennen und zu verstehen, z.B.:
- Wir beobachten die Bewegungen der Blumen, am Morgen (Nacht) und am Tag.
- Wir erkennen Naturkräfte und lernen, sie zu verstehen,
z.B. wie funktioniert ein Wind- oder Wasserrad?
- Wir erkennen, dass schwarze Gegenstände Wärme besser aufnehmen als weiße.
- Wir erforschen, welche Materialien lichtdurchlässig sind.
- Wir erfahren durch Experimente, was mit Wasser bei verschiedenen Temperaturen passiert.
- Wir erklären den Kreislauf des Wassers und beantworten die Frage, warum wir einen Regenbogen sehen.
- Wir erfahren, dass die Sonne nützlich ist, aber auch gefährlich sein kann.

Alle diese Erklärungen werden mit praktischen Übungen oder Versuchen unterstützt, damit das Kind anschaulich lernen kann.

Umweltbildung und -erziehung (§ 8 AVBayKiBiG)
Wir wollen bei den Kindern eine Wertschätzung sich selbst und anderen gegenüber entwickeln. Hierbei sollen die Kinder Pflanzen, Tieren und Menschen gegenüber Respekt und Achtung aufbauen.
Ihnen wird deutlich, dass alles in Verbindung zueinander steht und kein Lebewesen ohne Licht, Luft und Wasser leben kann. Darum wollen wir die Kinder anhalten, das alles zu pflegen und zu erhalten.

- Wir vermeiden unnötige Verpackung.
- Müll wird getrennt- wie im täglichen Alltag.
- Wir werfen Abfall nicht achtlos weg.
- Das Wasser ist für uns lebenswichtig, darum darf es nicht unnötig verschmutzt werden.
- Wie kann Lärm vermieden werden? (Wir achten auf unser Gehör!)
- Wir haben in unserem Freigelände Bäume, Büsche und Beete, um den Jahreszyklus beobachten zu können.

Informationstechnische Bildung, Medienbildung und -erziehung (§ 9 AVBayKiBiG)
Das Kind soll frühzeitig mit Medien vertraut gemacht werden. Es lernt, wo man sich Informationen holen kann.
Als erstes ist natürlich das Bilderbuch zu erwähnen, gefolgt von Geschichts-, Sach- oder Fachbüchern. So können wir den Kindern viel Wissen vermitteln oder ihnen selbst zugänglich machen. Das geschieht ebenso durch Radio, Kassetten und CDs. Darum haben wir in jeder Gruppe einen eigenen Radiorecorder stehen, der auf Wunsch von den Kindern auch selbst benutzt wird. Ab und zu schauen wir uns gemeinsam Filme zu den jeweiligen Themen an.

Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung (§ 10 AVBayKiBiG)
Hier wird das Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit gefördert, im kognitiven, emotionalen und motorischen Bereich. Das bedeutet, dass Kopf, Herz und Hand angesprochen werden.
Die Kinder arbeiten mit unterschiedlichen Materialien. Sie malen mit verschiedenen Farben und Utensilien (Pinsel, Finger, Stifte). Im freien Basteln können die Kinder ihre Ideen frei umsetzen und Dinge kreativ gestalten. Auch beim Kneten gestalten Kinder frei, oder beim Flechten und Drehen mit Wolle oder Garnen. Ebenso wird die Kreativität durch Rollenspiele gefördert, bei denen die Kinder sich in andere Personen einfühlen und diese verkörpern.

Im spielerischen Gestalten besteht die Möglichkeit, Fantasie und Kreativität zu fördern und stärken. Beim Malen muss dem Kind Freiraum zum Verwirklichen seiner Vorstellungen und Ideen gegeben werden. So kommt es, dass bei einer Themengebung die verschiedensten Ergebnisse entstehen.

Bei Gruppenarbeiten wird angestrebt, dass sich die Kinder gegenseitig bestärken und helfen und so gemeinsam die Aufgabe lösen. Hier muss ein Thema längerfristig angelegt sein (z.B. das Thema "Vögel").

Vor der kreativen Gestaltung steht oft die Wahrnehmung. Wir erzählen vom Lebensraum der Tiere, schauen uns Bilder und Bücher an und gehen nach draußen, um zu beobachten und zu lauschen. Danach muss das Kind zuerst das Wahrgenommene verarbeiten. Es überlegt, was ihm gefällt und wie es gestaltet werden soll. Dann beginnt es, mit seiner Hand zu arbeiten.

Die Kinder können sich Bildergeschichten ausdenken oder Klanggeschichten gestalten. Bei Rollen- oder Theaterspielen erfinden und gestalten sie Kostüme oder Bühnenbilder. Sie setzen sich bei diesen Projekten mit ihrer Umwelt und der Natur auseinander. Die Kindergartenräume werden ausschließlich mit Arbeiten der jeweiligen Gruppe ausgeschmückt.

Musikalische Bildung und Erziehung (§ 11 AVBayKiBiG)
Jedes Kind reagiert von Geburt an auf akustische Reize und hört auf Klänge in seiner Umgebung. Die ersten Spiele, die Erwachsene Kindern anbieten, sind meistens Singspiele. Hier beteiligen sich die Kinder gerne (z.B. "Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann").

Gemeinsames Singen fördert die Kontakt- und Teamfähigkeit, wie auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, z.B. bei Kreisspielen, wo einer in die Mitte gehen und beginnen muss.

Aber auch über die Tradition eines anderen Kulturkreises können wir durch die Musik viel erfahren, wenn wir beispielsweise Tänze und Instrumente aus Asien oder Afrika kennen lernen. Musik sensibilisiert alle Sinne. Kinder können ausgeglichener werden, da die Musik entspannt. Andererseits regt sie zum Bewegen, Erzählen und Malen an. Darum sollen die Kinder bei uns Musik zur Freude und Entspannung, aber auch zur Anregung verschiedener Tätigkeiten erfahren.

Ebenso ist die sprachliche Entwicklung mit der musikalischen Bildung verknüpft, da ein gut entwickeltes Gehör für beides sehr wichtig ist. Darum wollen wir die Kinder sensibilisieren, indem wir ihnen verschiedene Musikarten vorstellen (Volksmusik, klassische Musik, moderne Musik). Aber auch Richtungshören, verschiedene Höhen, Taktgefühl und Tempo werden von den Kindern wahrgenommen.

Doch das wichtigste für Kinder ist, selbst Musik zu machen:
- vorgeklatschten Takt nachklatschen
- spielerisch mit Klängen und Tönen umgehen
- die eigene Sprech- und Singstimme entdecken und ausprobieren
(auf Kassette aufnehmen)
- Instrumente erkunden
- gemeinsam mit der Gruppe Musik machen oder Rhythmen selbst erfinden.

Bewegungserziehung und -förderung, Sport (§ 12 AVBayKiBiG)
Kleine Kinder entdecken ihre Welt durch Bewegung und Bewegungserfahrungen sind Sinneserfahrungen. Je vielfältiger die Sinnesfunktionen angeregt werden, umso größer wird die Bewegungssicherheit (z.B. Gleichgewicht, Orientierung im Raum). Das fördert die soziale und kognitive Kompetenz.

Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass kein Kind gezwungen wird etwas zu tun, was es nicht will. Bewegung fördert die körperliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Deshalb dürfen die Kinder bei uns ihre Spielhaltung selbst wählen. Ein Kind sitzt am Tisch, das andere liegt in der Bauecke, andere krabbeln oder hüpfen im Zimmer. Dies fördert die Bewegungslust der Kinder.

Natürlich gibt es bei uns auch gezielte Bewegungserziehung. Jede Gruppe hat ihren Turntag. Hier ziehen wir uns bequemer an, da wir mit Reifen, Seilen, Matten, Langbank usw. turnen. Dies geschieht in unserem Mehrzweckraum. Auch unser Garten lädt zur Bewegung ein. Hier haben die Kinder ein vielfältiges Angebot an Büschen, Bäumen und verschiedenen Spielgeräten.

Gesundheitserziehung (§ 13 AVBayKiBiG)
Die Gesundheitserziehung beginnt bereits mit der Aufnahme des Kindes in der Einrichtung. Mit den Eltern werden Absprachen getroffen über gesundheitliche Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf ihr Kind (z.B. Allergien). Ebenso erfolgt eine Aufklärung über die gesetzliche Unfallversicherung, sowie über Schutzmaßnahmen bei übertragbaren Infektionen.

- Wichtig ist für die Kinder vor allem Bewegung, Hygiene und Körperpflege zur Vermeidung von Krankheiten. So lernen sie z.B., nach dem Toilettengang oder vor dem Essen die Hände mit Seife zu waschen.
- Die Kinder erhalten Grundkenntnisse über ihren eigenen Körper, z.B. über den Blutkreislauf. Aufbau und Funktion des Gebisses lernen die Kinder durch Anschauung eines Modells und Einübung der nötigen Pflege kennen.
- Sie lernen, ihre eigenen Bedürfnisse besser ein zu schätzen. Wenn sie beispielsweise recht aktiv waren, brauchen sie anschließend eine Ruhephase.
- Die Kinder sollen ihre Stärken und Schwächen kennen lernen und Vertrauen auf ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.
- Ein Gespür für Empfindungen bei sich selbst und anderen Personen muss erst geweckt werden. Nur so kann Mitgefühl zum Nächsten entstehen.
- Die Kinder lernen auf ihre psychische Gesundheit zu achten und mit Belastung, Angst und Frustration umzugehen.
- Für die Kinder ist die Sexualität eine natürliche Sache. Sie entdecken ihren eigenen Körper. In der Tageseinrichtung werden Fragen offen beantwortet. Mädchen und Buben haben gleiche Rechte (geschlechtsbewusste Erziehung).
- Jedes gesundheitliche Problem wird mit den Eltern besprochen. Die Vorsorge spielt eine große Rolle.
- Die Kinder lernen altersgemäß, mit potenziellen Gefahren umzugehen, z.B.:
· Wie arbeite ich mit einer Schere?
· Was beachte ich bei einer brennenden Kerze?
· Wie hoch darf oder kann ich klettern?
· Wie verhalte ich mich bei Spaziergängen?

Den Kindern wird im täglichen Umgang miteinander vorgelebt, wie man Unfällen vorbeugt. Sie lernen, wie sie sich verhalten sollen und wo sie Hilfe holen können, wenn etwas passiert. Auch über Krankheiten oder Krankenhausaufenthalte sprechen wir. Jedes Jahr machen die Vorschulkinder einen Erste-Hilfe-Kurs, um Hilfe leisten zu können, wenn sie allein unterwegs sind.